Beispiel einer Alarmierung

Anhand eines Beispiels, das frei erfunden ist, wollen wir ihnen die Alarm- und Ausrückordnung näherbringen, sie werden sehen wie die Feuerwehr organisiert ist.

Nehmen wir an, es ist 01:30 Uhr in einer stürmischen Dienstag Nacht. Auf der Bahnstrecke Bremen - Osnabrück durchfährt ein Güterzug den Bahnhof Twistringen in Richtung Osnabrück. Bei der Ausfahrt aus Twistringen bemerkt der Lokführer Rauchentwicklung, nach seiner Meinung aus einen Container kommend, auf einen Firmengelände. Über sein mitgeführtes Handy wählt er die Notrufnummer 112.

Folgender Dialog könnte sich daraufhin zwischen dem Lokführer und dem Disponenten in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Diepholz abgespielt haben.

FEL: Notruf Feuerwehr

Lokführer: Mein Name ist Müller, ich habe bei der Durchfahrt mit meinen Güterzug durch den Bahnhof Twistringen in Richtung Osnabrück nach meiner Meinung Rauch aus einen Container aufsteigen sehen.

FEL: Können Sie mir sagen um was für größe von Container es sich handelt? Haben Sie gesehen ob der Container direkt am Gebäude gestanden hat?

Lokführer: Nein, genau kann ich nicht sagen um was für eine größe es sich handelt, aber klein war der nach meiner Meinung nicht. Ich glaube nicht das der Container an einen Gebäude gestanden hat, aber genau kann ich das nicht sagen.

FEL: Können Sie sagen wie stark die Rauchentwicklung ist? Wissen Sie die genaue Kilometerbezeichnung an der der Container gestanden hat.

Lokführer: Die Rauchentwicklung ko.... m .... war...........

In diesen Augenblick wird die Verbindung unterbrochen, der Zug ist wahrscheinlich in ein Funkloch gekommen, so das die Verbindung nicht mehr gehalten werden konnte. Der Disponent denkt über die gewonnenen Informationen nach, gibt die Daten die er erhalten hat in den Einsatzleitrechner und entscheidet sich für das Einsatzstichwort "Containerbrand"

Daraufhin erscheint als Einsatzvorschlag die Alarmierung des TLF 16/25 der Ortsfeuerwehr Twistringen auf den Bildschirm. Der Disponent quittiert und die Alarmierung für die kleine Schleife wird ausgesendet. - 2. B-Alarm in der Alarmstufe B-O.

2 Sekunden nach Aussendung der Alarmierung, es sind jetzt ungefähr 45 Sekunden nach Ende des Gesprächs vergangen, werden ca. 10 Twistringer Feuerwehrkameraden durch das Anspringen der Pieper geweckt. Ca. 5 Minuten nach der Alarmierung meldet sich das Tanklöschfahrzeug über Funk bei der Leitstelle und erfährt von den qualmenden Container, der irgendwo an der Bahnstrecke Ausfahrt Twistringen in Richtung Osnabrück steht. Weitere 2 Minuten später trifft das Tanklöschfahrzeug im Industriegebiet ein, der Staffelführer bemerkt im Industriegebiet einen starken Brandgeruch, Feuerschein ist nicht Sichtbar. Kurze Zeit später entdeckt die Besatzung den Container hinter einen Werkzaun. Aus dem Container, der direkt an einer großen Lagerhalle steht, schlagen meterhoch Flammen die Wand hoch. Der Container hat eine größe von 20qm³ Inhalt und ist vermutlich mit Papier gefüllt.

Aufgrund dieser Lage auf Sicht und der mit Sicherheit nicht reichenden Kräfte und Löschtechnik veranlasst der Staffelführer die Erhöhung der Alarmstufe auf: -

  • 3. B-Alarm in der Alarmstufe B-O.

Durch die FEL wird daraufhin die große Schleife der Ortsfeuerwehr Twistringen ausgelößt, jetzt laufen die restlichen 12 Meldeempfänger bei den noch schlafenden Kameraden an. Durch diese Kräfte können die DLK 18/12 und das LF 16 in Einsatz gebracht werden. Die noch am Gerätehaus wartenden 4 Kameraden der kleinen Schleife, darunter ein Zugführer besetzen den ELW und rücken zur Einsatzstelle aus.

In der Zwischenzeit erkundet der Staffelführer die Einsatzstelle, ca. 1 Minute nach seiner Nachforderung erkennt der Staffelführer des TLF 16/25 Flammen im inneren der Halle, er durchläuft den Führungsvorgang und entschließt sich, das auch die Nachgeforderten Kräfte nicht ausreichen werden.

Es erfolgt wieder eine Nachalarmierung über Sprechfunk bei der FEL, diesmal Erhöhung auf -

  • 4. B-Alarm in der Alarmstufe B-0

Durch die FEL wird Sirenenalarm in Twistringen und Marhorst gegeben. Aus der ersten Alarmierung einer Staffel (1/5) ist jetzt die Alarmierung von 2 kompletten Löschzügen mit mindestens 42 Kameraden und 8 Fahrzeugen geworden. Nach Einleitung der Brandbekämpfung und weiterer Erkundung entscheidet sich der Einsatzleiter zur weiteren Erhöung der Alarmstufe, jetzt wird die -

  • Alarmstufe B-1 ausgelößt,

das heißt es kommt ein weiterer Löschzug, bestehend aus der Ortsfeuerwehr Heiligenloh und Borwede zur Einsatzstelle. Wieder kommen mindestens 16 Kameraden mit 3 Fahrzeugen zum Einsatzort.

An dieser Stelle hören wir mit der Fortführung dieses Beispiels auf, natürlich kann diese Alarmierung in den einzelnen Alarmstufen bis zum Großalarm weitergeführt werden. Wie schon auf der Seite "Ausrückordnung" deutlich gemacht, gibt es weitere Alarmpläne für die technische Hilfe und den Gefahrstoffeinsatz, die ähnlich aufgebaut sind. Wir denken, das Beispiel hat deutlich gemacht, wie ein Alarmplan aufgebaut ist. Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns bei Veranstalltungen der Feuerwehr in Twistringen an, wir beantworten gerne Ihre Fragen.

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