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Geschrieben von Klaus Krebs
Quelle: Kreiszeitung
Twistringer Brandschützer regeln Einsätze durch neue Standards / Vorreiter im Landkreis? Â
Geschrieben von Herrn Wilke
TWISTRINGEN (tw) "Die Tagesverfügbarkeit ist sehr schlecht", beklagt Vize-Stadtbrandmeister Michael Wessels und kennt die Gründe: Personalknappheit, Kostendruck der Kommunen, und immer weniger junge Menschen, die sich für die Feuerwehr begeistern. Nun gibt es aber für Twistringen eine Lösung. Ab April 2008 gelten "Standard Einsatz Regeln", kurz: SER
Foto: Stellvertretender Stadtbrandmeister Michael Wessels (stehend) und stellvertretender Ortsbrandmeister Klaus Krebs präsentierten dem Ratsausschuss die neuen "SER".
Foto: Wilke
Der öffentliche Stadtratsausschuss für das Feuerlöschwesen staunte am Donnerstagabend im Feuerwehrgerätehaus nicht schlecht. Unter dem Vorsitz von Volker Meyer (CDU) zeigte sich das Gremium sichtlich beeindruckt von dem, was in gut einem Jahr der spezielle Arbeitskreis "Standard Einsatz Regeln" der Feuerwehren als neues Konzept auf die Beine gebracht hat. Ziel des Ganzen: noch effektiver und zeitsparender Einsätze fahren. Mannschaften, Technik und Taktik kamen auf den Prüfstand.
"Jetzt haben alle Ortsfeuerwehren ihre Hausaufgaben zu machen", betonte Hauptbrandmeister Wessels, seit 1984 in der Feuerwehr, der seit 2001 stellvertretender Stadtbrandmeister ist, seit 2006 auch Ausbildungsleiter Nord, gleichzeitig stellvertretender Abschnittsleiter für die Kreisfeuerwehr. Für ihn stand unter dem Strich auch fest: "Technik kann die Kopfzahl nicht ersetzen." Feuerwehrleute würden immer gebraucht. Aber: Jede Feuerwehr müsse dann die gleiche Technik und Taktik beherrschen.
Wessels stellte gemeinsam mit Klaus Krebs, stellvertretender Twistringer Ortsbrandmeister, am Donnerstag erstmals öffentlich das so genannte "SER"-Paket vor. Der Arbeitskreis besteht aus Vertretern der Twistringer Stadtfeuerwehr und allen sechs Ortsfeuerwehren. "Die neuen Standards werden nun in allen Ortsfeuerwehren gelehrt." Im Vordergrund des Arbeitskreises, hieß es weiter, habe die Frage gestanden, wie die Feuerwehren mit dem vorhandenen Personal optimal arbeiten und Einsätze fahren könnten, insbesondere tagsüber. Der Arbeitskreis fragte sich zudem, was für die Zukunft an weiterer Entwicklung absehbar sei.
Anleihen holte sich die Arbeitsgruppe aus der Fachliteratur, orientierte sich teilweise an Standards, die es schon in Berufsfeuerwehren gibt. Auf der Grundlage der SER würde in den Basisfeuerwehren in Zukunft überall die gleiche Ausbildung absolviert, ob in Rüssen, Ridderade oder auch Borwede. Sind diese Ortswehren mit Zweitfahrzeug am Einsatzort gefragt, liegt ihre Zuständigkeit in der Wasserversorgung. Michael Wessels nannte beispielhaft einen "Gebäudebrand in Natenstedt": Zuerst seien die Natenstedter mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug vor Ort, dann ein Tanklöscher (TLF) aus Heiligenloh und als drittes ein LF 8 aus Heiligenloh, gefolgt vom Einsatzleitwagen aus Twistringen (ELW). In Zukunft werde der Brandeinsatz ergänzt um den Gerätewagen-Logistik (GW-L), der vielleicht schon im kommenden Jahr in Marhorst stationiert und zwei Einsatzfahrzeuge (aus der Stadt und aus Marhorst) ersetzen wird.
Vize-Stadtbrandmeister Wessels: "Damit bekommen wir einen Automatismus. Dann braucht nicht mehr gefunkt werden, was dem jeweiligen Einsatzleiter ungemein hilft." Schließlich werden durch die neuen Standards benötigte Fahrzeuge und Einsatzkräfte genau festgelegt. Dies gilt auch für Führungsaufgaben, Sicherheit an Einsatzstellen und anderes mehr. "Wir haben ein zukunftsfähiges Konzept erarbeitet", unterstrichen Wessels und Krebs. Da könnten alle Ortswehren natürlich nicht mehr wie bisher handeln, etwa nach dem Motto "Dat hebbt wi jümmers so moakt!"
Das Twistringer Stadtkommando werde das Konzept "Standard Einsatz Regeln" von der Arbeitsgruppe übernehmen, hörte der Fachausschuss am Donnerstag noch. Außerdem sind diese Standards ein Twistringer "Eigengewächs", nicht von oben diktiert. Offenbar sind andere Feuerwehren im Landkreis Diepholz bereits stark interessiert und möchten die "SER" übernehmen. Â
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