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Geschrieben von Cord Krüger, Kreiszeitung
Quelle: Kreiszeitung
TWISTRINGEN (ck). Vor zwei Wochen hatte das Provisorium ein Ende. In den Nachtstunden des 3. Februar erhielt Twistringens Stadtbrandmeiser Heinrich Meyer-Hanschen per SMS auf seinem Handy die Nachricht, dass die neue Atemschutz-Pflegestelle im ehrenamtlich extra dafür errichteten Anbau des Twistringer Feuerwehrhauses fertig sei. „Das war das Wichtigste, was ich um 1.13 Uhr wissen wollte“, verriet Meyer-Hanschen am Freitagabend unter dem Gelächter der zur Einweihung geladenen Gäste.
Komplett in Eigenarbeit entstand seit November der Wasch- und Prüfraum für Atemschutzgeräte. Die Brandschützer mussten weder Personal- noch Materialkosten in Anspruch nehmen. „Hier wurde ein Wert von 20.000 Euro geschaffen, was sicherlich beispiellos im Landkreis ist“, stellte Meyer-Hanschen fest. Denn vom Untergrund bis zum Dach sponserten Twistringer Firmen alle Baustoffe. Und weil unter den Feuerwehrleuten sämtliche nötigen Handwerker vertreten waren, kostete der hell geflieste Raum mit Edelstahl-Trockenschrank, einem langen Spülbecken, Arbeitsplatten und Computer-Ecke zur Dokumentation der Prüfungen nur 500 Euro: Diesen Betrag für die Baugenehmigung nach den Plänen des Feuerwehrmanns Jörg Schuster übernahm die Stadt Twistringen.
So dankte auch Bürgermeister Karl Meyer den 21 Sponsoren von Baumaterialien, Heizkörpern, Armaturen, Lampen, PC und Arbeitstischen – ebenso wie der kostenlos schuftenden Arbeitskolonne für ihre 320 Stunden: „Ihr habt uns als Stadt von Verpflichtungen befreit, die wir gar nicht leisten könnten. Und während andernorts noch diskutiert wird, packen die Twistringer an.“Auch der stellvertretende Abschnittsleiter Michael Wessels zeigte sich beeindruckt von der schnellen Umsetzung: „Wenn hier ein Problem erkannt wird, wird es angegangen – und das in einer Feuerwehr, die 2006 im Landkreis ohnehin die meisten Einsätze leisten musste. Eine andere Gemeinde ließ solch einen Raum für 50000 Euro bauen.“
Seit Einführung der neuen Feuerwehr-Dienstvorschrift lief die Reinigung mit Überprüfung der Masken gewissenhaft, aber unter behelfsmäßigen Bedingungen zwischen „Duschraum und Waschhalle“, wie Meyer-Hanschen resümierte. Da dies kein haltbarer Zustand bleiben durfte, sei die Idee gereift, die Atemschutz-Pflegestelle einzurichten. Meyer-Hanschen deutete die reibungslose Unterstützung als Signale, „dass unsere Arbeit hier anerkannt wird“.Dies nahm Thomas Bellersen aus dem Sponsorenkreis zum Anlass, ebenfalls zu danken – fürs schnelle Bekämpfen eines Brandes auf seinem Betriebsgelände.Nach so vielen warmen Worten ging es in den beheizten neuen Nebenraum, „in dem es Guido nun immer schön warm hat“, wie Meyer-Hanschen augenzwinkernd beschrieb.
Guido Kunst nämlich zeichnet als Stadtatemschutzwart für die Sicherheit der Atemschutzgeräteträger aller sechs Twistringer Ortsfeuerwehren verantwortlich. Nach jedem Einsatz muss er jede Maske desinfizieren, unter fließendem Wasser spülen, auf Durchlässigkeit prüfen und trocknen. „Die Lungen-Automaten baue ich dann komplett auseinander, reinige sie ebenso, setze sie unter Druck, trockne sie und baue sie zusammen“, beschrieb Kunst. Zudem muss er festhalten, welcher Helfer welche Maske, welchen Lungenautomaten und welche Flasche trug. All diese Arbeitsgänge dauern pro Mann 40 Minuten. Im bisherigen Provisorium „brauchte ich eine Stunde“.
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