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Geschrieben von Ulrich Tatje, Weser-Kurier
Quelle: Weser-Kurier
TWISTRINGEN. "Andere reden drüber", lobte Twistringens Bürgermeister Karl Meyer die Ortsfeuerwehr, "hier wird gehandelt." Der Grund für die deutlichen Worte: Die Feuerwehr hat in einem Anbau des Gerätehauses eine Atemschutzpflegestelle gebaut. Das Material wurde gestiftet, die Arbeit (320 Stunden) erledigten Feuerwehrkameraden.
Am Freitag weihte die Feuerwehr zusammen mit einigen Gästen und Sponsoren den kleinen Anbau ein. 21 Twistringer Unternehmen hatten den Bau und die Ausrüstung der Atemschutzpflegestelle möglich gemacht. Sei es durch die Lieferung von Baumaterial, den Bau eines Trockenschrankes oder die Versorgung der Helfer mit Essen und Getränken. "Allen beteiligten Firmen möchte ich hier noch mal sagen, es freut uns sehr, dass die Unterstützung so reibungslos geklappt hat und wir auch erkennen, wie hoch der Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehr in unserer Stadt ist und unsere Arbeit anerkannt wird", sagte Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen am Freitagabend.
Dank der Unterstützung der Sponsoren und der Helfer der Feuerwehr wurde ein Anbau im Wert von 22 000 Euro erstellt. Womit die Twistringer Wehr ein Beispiel im Landkreis gesetzt hat. "Wir hätten das gar nicht zahlen können", bestätigte Karl Meyer. Das Geld sei nicht im Budget enthalten gewesen. Dass die Mitglieder der Twistringer Wehr den Bau selber in die Hand genommen haben, Sponsoren gesucht und das Projekt realisiert haben, "schafft Verbundenheit und Identität" und sorgt andererseits auch für das hohes Ansehen, das die Twistringer Wehr im Landkreis genießt, betonte Karl Meyer.Guido Kunst ist der Chef in der Pflegestelle für Atemschutzgeräte.
Kunst ist Stadtatemschutzwart und kümmert sich um die Reinigung, Desinfektion und Trocknung der Geräte sowie um die aufwändige, akribische Dokumentation. Bis zu einer Stunde brauche er für eine Atemschutzmaske, so Kunst. Nach einem Einsatz müsse die Maske zunächst gewaschen und mit von den Herstellern vorgeschriebenen Desinfektionsmittel gereinigt werden. Guido Kunst: "Ich bin heilfroh, dass wir nur eine Sorte Masken haben." Dann kommen sie auf den Prüfkopf und werden auf Dichtigkeit getestet. Anschließend werden sie getrocknet. Der Lungenautomat muss zerlegt werden, die Leitung muss desinfiziert und unter fließendem Wasser gereinigt und dann getrocknet werden. Anschließend wird ein Drucktest gemacht.Danach erfolgt die Dokumentation: Wer hat die Maske benutzt und wie lange? Welche Flasche war angeschlossen und wie viel Druck hat der Feuerwehrmann verbraucht? Die Dokumentation müsse lückenlos sein, betont Kunst. Gebraucht wurden die Aufzeichnungen noch nicht, sagt der Stadtatemschutzwart, aber bei einem Unfall könnte sich die Versicherung für die Unterlagen interessieren. Dann wollen die Fachleute wissen, wie viel Erfahrung der Feuerwehrmann hatte und welche Lehrgänge er absolviert hat. Immerhin 75 Atemschutzträger gibt es in den Feuerwehren der Stadt, 30 Mann können gleichzeitig eingesetzt werden.
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