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Geschrieben von Klaus Krebs
Quelle: Kreiszeitung
TWISTRINGEN (ck). Wochenlange Trockenheit bereitete den Nährboden für Flächenbrände, der im Sommer kursierende „Feuerteufel“ sowie viele weitere Alarmierungen taten ihr übriges: Mehr als doppelt so viele Brandeinsätze wie 2005 mussten die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Twistringen im vergangenen Jahr bewältigen.
Um das Zweieinhalbfache kletterten die Stunden für technische Hilfeleistungen (etwa Unfälle), während der Aufwand für Hydrantenpflege und andere Pflichten fast konstant blieb. Verständlich, dass das Ortskommando angesichts dieser Dauerbelastung von 106 Einsätzen während der Arbeits- und Freizeit die Zahl der Übungen reduzierte, wie Twistringens stellvertretender Ortsbrandmeister Klaus Krebs am Montagabend während der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus darlegte.„Allein 49 Mal mussten unsere Leute tagsüber ausrücken und damit ihren Arbeitsplatz verlassen“, schilderte Krebs. „Das können wir den Chefs gar nicht hoch genug anrechnen.“
Aber das Verhältnis zwischen Twistringer Betrieben und „ihren“ Brandschützern scheint ohnehin ein Phänomen darzustellen, wie Abschnittsleiter Carsten Schlung mit Blick auf die fast bezugsfertige Atemschutzpflegestelle erkannte:Jubiläen für Meyerund LüllmannSämtliches Material sponserten Firmen aus der Stadt, die Handwerker unter den Aktiven zogen den Anbau in Eigenleistung hoch. „Mit dieser Station seid Ihr bestens beraten“, lobte Schlung.Kein Wunder, dass Ortsbrandmeister Matthias Harms sein erstes halbes Jahr als Chef „großen Spaß“ machte: „Schnell gab es ein paar Ideen, schnell ein paar Freiwillige, die sich um Sponsoren kümmern wollten, und schnell gab es einige, die beim Bau mithalfen.“
Schnell musste es bei der Feuerwehr im vergangenen Jahr ohnehin zugehen – vor allem während der elf Großbrände (acht mehr als 2005), acht Mittelbrände (2005 waren es drei), 36 Kleinbrände und acht Entstehungsbrände. Da blieb auch den jüngeren Feuerwehrleuten ausgiebig Gelegenheit, sich zu bewähren. Ein gutes Zeugnis stellte Harms Gerrit Huntemann und Nils Kunst aus, die er nach ihrem Anwärter-Jahr zu Feuerwehrmännern beförderte: „Gerrit hat sogar als Lehrgangsbester bestanden. So weit ich weiß, gab es das bei uns schon ewig nicht mehr…“Vielleicht gelingt Florian Schütte als frisch aufgenommenem Anwärter ja ein ähnliches Kunststück.
Harms wünschte ihm jedenfalls für das Probejahr viel Glück. Zudem beförderte der Ortsbrandmeister Manuel Bartels, Marc Beuke, Daniel Meyer und André Nobis zu Oberfeuerwehrmännern, Christian Kern zum Hauptfeuerwehrmann und Melanie Nobis zur Hauptfeuerwehrfrau. Die höheren Dienstgrade verlieh Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen – zunächst die für den frischgebackenen Oberlöschmeister Jörg Schuster und danach die „wahrscheinlich höchste Beförderung, die ich jemals aussprechen werde“.
So händigte er Matthias Harms die Abzeichen samt Urkunde mit der Ernennung zum Hauptbrandmeister aus. Angesichts des Arbeitspensums ab Juni, als Harms die Nachfolge des aus Altersgründen ausgeschiedenen Ortsbrandmeisters Franz-Josef Borchers antrat, „ist Deine Beförderung mehr als gerechtfertigt“.Anschließend blieb es Abschnittsleiter Carsten Schlung vorbehalten, die Feuerwehr-Ehrenzeichen für langjährige Mitglieder zu verleihen: Hauptlöschmeister Karl-Heinz Meyer gratulierte er zur 40-jährigen Zugehörigkeit und Hauptfeuerwehrmann Bernhard Lüllmann (ebenfalls Löschgruppe Marhorst) gar zu 50 Jahren in der Feuerwehr.
Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen, Ortsbrandmeister Matthias Harms, sein Stellvertreter Klaus Krebs und Abschnittsleiter Carsten Schlung (v.l.) mit Geehrten und Beförderten.
TWISTRINGEN (ck). Lange Zeit mussten Twistringens Ortsbrandmeister Matthias Harms und sein Stellvertreter Klaus Krebs nach Kandidaten für den wohl am wenigsten begehrten Titel in der Ortsfeuerwehr suchen: Denn keiner der 71 Aktiven leistete sich während des arbeitsreichen Jahres eine Panne, die ihm den „Pudel-Pokal“ hätte bescheren können.„Im Dezember jedoch haben wir das Fundament für unsere Atemschutzpflegestelle ausgehoben, und ein Kamerad hat mit dem Spaten etwas zu tief in die Erde gehauen“, berichtete Krebs am Montagabend während der „Proklamation“ unter schallendem Gelächter in der Jahreshauptversammlung.
„Unglücksrabe“ Dietmar Wessels beschädigte dabei eine Gasleitung – und Krebs selbst wusste sich keinen anderen Rat, als über den Notruf die Einsatzleitstelle in Diepholz zu alarmieren. Als „Krabbe“ sich derart „outete“ und die Adresse des Feuerwehrhauses durchgab, fragte der Disponent der Zentrale schelmisch, „ob er uns die Ortsfeuerwehr Borwede zur Unterstützung schicken sollte…“Doch auch Ortsbrandmeister Matthias Harms blieb nicht von einem Malheur verschont: Im Dezember hatte er als Fahrer des Einsatzleitwagens glatt einen Brandort verfehlt. Sein Vorgänger Franz-Josef Borchers überreichte ihm daraufhin schelmisch den Twistringer Stadtplan, den er selbst im Juni als eines der Abschiedsgeschenke zu seinem Ausstieg von der Feuerwehr bekommen hatte.
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