Im Zeichen einer gewandelten Technik

Geschrieben von krabbe

Der Feuerlöscheimer, ein Symbol

Lange Zeit war der Feuereimer das wichtigste Gerät der Brandbekämpfung. Wasser - aus Brunnen geschöpft - konnte vorerst nur getragen, auf Karren oder Schlitten herbeigeschafft werden. Waren es im 15. Jahrhundert noch hölzerne Gefäße, so wurden sie im Laufe der Zeit durch die handlicheren Ledereimer abgelöst. Sie waren leichter und wurden nicht schnell leck. Der Besitz eines Eimers war für jeden Haushalt eine zwingende Notwendigkeit. Wer in der damaligen Zeit Hochzeit feiern wollte, mußte dem Pastor den Besitz eines Feuereimers nachweisen. Diebstahl oder mutwillige Zerstörung eines Feuereimers wurden unnachsichtig bestraft: "Wer einen Eimer mutwillig verwüstet, zerstört oder zerbricht, in das Feuer wirft oder heimträgt, der soll einen anderen Eimer zu seinen Kosten machen lassen und dazu zehn Schilling Bußgeld bezahlen" (Rheinfelden 1535). Zwei Jahrhunderte später (Luzern 1723) hatte der Dieb eines Feuereimers sogar mit der Galeerenstrafe zu rechnen.

Mit der Technik gegen das Feuer

Nachdem über Jahrhunderte erst hölzerne, dann Ledereimer die einzigen Löschwerkzeuge waren, kamen im 15. Jahrhundert Hand- und Stockspritzen auf, sie faßten etwa 1,5 Liter Wasser, waren aus Holz gedrechselt. Man konnte mit ihnen zwar gezielt in ein Feuer spritzen, jedoch waren Reichweite und Fassungsvermögen minimal. Eine erste Verbesserung stellten die Gelenkspritzen dar, bei denen der Wasserstrahl wenigstens in eine Richtung abgelenkt werden konnte, sowie die Krückenspritzen, welche unter der Achsel gehalten werden konnte, so daß beide Hände zur Bedienung frei blieben. Ein weiterer Fortschritt wurde dadurch erreicht, daß man diese Spritzen fest in einen Wasserbehälter montierte. Auf dem gleichen Funktionsprinzip basierend wie die Handspritze, wurden Apparate mit bis zu 200 Litern Zylinderinhalt gebaut. Es entstanden große und unhandliche Maschinen, so daß man den Kolben nur noch mittels Schraubgewinde bedienen konnte.

Im Jahre 1602 ging die Kunde von einer "neuerfundenen und wunderbaren Sprützen mit der die Höhe eines jeden Hauses, so hoch es auch sein möge, erreicht, die nach allen Richtungen gewendet, von zwei Männern getrieben und von einem einzigen Pferde gezogen werden könne" um. Entwickelt hatte diese Spritze Philipp Heinrich von Aschhausen, der dafür 14 Jahre aufgewendet hatte. 1614 erschienen dann die ersten Zeichnungen von Feuerspritzen in Heinrich Zeisigs "Theatrum macchinarum", einer Art illustrierter Maschinenbücher. Damit waren die Handdruckspritzen als neue Feuerlöschtechnik etabliert. Der große Nachteil dieser Spritzen war, daß das Wenderohr (Strahlrohr) fest mit dem Gehäuse verbunden war. Erst der Holländer Jan van Heiden hatte durch Beobachtungen bei Bränden in Amsterdam die Erfahrung gemacht, daß mit den herkömmlichen Wenderohrspritzen der Brandherd im Inneren der Häuser häufig gar nicht bekämpft werden konnte. Vielmehr mußte man sich damit begnügen, den Wasserstrahl auf die Hauswände oder vielleicht in ein offenes Feuer zu richten. Er kam daher auf die Idee (1673), das Wenderohr von der Pumpe zu trennen, indem er beide Teile mit beweglichen Schläuchen, erst aus Segeltuch, später aus Leder, verband. Dies eröffnete völlig neue Perspektiven für die Taktik der Brandbekämpfung. Obwohl die Schlauchspritze bereits 1673 in Amsterdam zum erstenmal für die Brandbekämpfung eingesetzt wurde, dauerte es noch rund 200 Jahre, bis sie sich überall durchgesetzt hatte. Sicher spielte dabei eine Rolle, daß die Schläuche zunächst sehr teuer und überdies schnell schadhaft waren. Doch auch ein Festhalten an alten Traditionen verhinderten wahrscheinlich die Beschaffung einer Handspritze in Twistringen.

Auch Twistringen profitierte vom technischen Fortschritt

Um ca. 1840 beschaffte die Gemeinde Twistringen eine Handspritze. Diese Handspritze besaß keine Saugvorrichtung, und es mußte bei einem Brand das Wasser mit Ledereimern in die Pumpe gegossen werden. Bereits 1860 wurde eine Pumpe mit einer Ansaugvorrichtung in Dienst gestellt.

Der Vorteil dieser Pumpe war es, daß Wasser, welches von Bauern auf Pritschenwagen in großen Fässern herangeschafft worden war oder Wasser aus Bächen direkt angesaugt werden konnte. Mit dieser Handspritze begann 1897 die neu gegründete Turnerfeuerwehr Twistringen ihre Aufgaben wahrzunehmen. Eine weitere kleine Spritze wurde im Jahr 1898 angeschafft. Das Pumpwerk dieser Spritzen wurde von 6 Männern durch Auf- und Niederbewegungen bedient. Diese Handdruckspritzen mußten von 2 Pferden gezogen werden. Vorspanndienste leisteten die Bauern aus der Nachbarschaft des damaligen Spritzenhauses. Es wurde für diese Vorspanndienste je nach Einsatzort ein Entgelt von 20.- bis 30.- Mark bezahlt, was in der damaligen Zeit viel Geld bedeutete. Die letzte Abprotzhanddruckspritze wurde in Twistringen 1919 beschafft.

Das erste Löschfahrzeug

Der Übergang zur Motorspritze In der damaligen Zeit wurden natürlich auch Dampfspritzen entwickelt. Die verschiedenen Mängel der Dampfspritze, besonders, daß längere Zeit verging, bis ein ausreichender Dampfdruck erreicht war (Maschine mußte erst angeheizt werden), gaben Veranlassung, an Stelle der Dampfmaschine den Verbrennungsmotor zum Antrieb der Feuerlöschpumpe zu verwenden. Diese Bestrebungen führten erst zu einem vollen Erfolg, als mit dem Kraftwagenbau um die Jahrhundertwende auch der Bau von Benzinmotoren soweit entwickelt war, daß leichte, zuverlässige und einfach zu bedienende Maschinen zur Verfügung standen. Als dieses Ziel erreicht war, setzte eine gewaltige Entwicklung des Feuerlöschwesens ein. Unzählige Ortschaften, für die die Anschaffung einer Dampfspritze nicht in Frage kam, hatten nunmehr die Möglichkeit, eine motorisch angetriebene Feuerlöschpumpe an Stelle der unwirtschaftlichen Handdruckspritzen zu verwenden. So kann man das Jahr 1900 als Beginn der Feuerwehrfahrzeuge mit Kraftbetrieb bezeichnen. (Merz)

Im Jahre 1926 beschaffte die Gemeinde Twistringen aus altem Heeresbestand eine Tragkraftspritze der Firma Kolbe mit der Bezeichnung TS 6/8 (Tragkraftspritze, 600 Liter Nennförderstrom/min bei 8 bar Nennförderdruck und 3 Meter Saughöhe), die auf einem Anhänger mitgeführt wurde. 1927 wurde das erste behelfsmäßige Motorfahrzeug zum Ziehen des Anhängers beschafft. 1930 kam eine zweite Tragkraftspritze (TS 8/8) zu den Gerätschaften der Feuerwehr dazu. Zur Einweihung des neuen Gerätehauses 1937 in der Langenstraße bekam die Wehr einen sogenannten Vorspannwagen (Bj. 1928), der von der Firma Gebr. Hammann umgebaut und gleichzeitig mit einem neuen Horch-Motor versehen wurde. Das Fahrzeug war ein offener Wagen mit 8 Sitzplätzen, die als Bänke aufgebaut worden waren.

Unter den Sitzbänken waren C-Rollschläuche gelagert. Das Fahrzeug hatte außerdem eine Hakenleiter, die über den Köpfen der Mannschaft angebracht war, mit an Bord. Im hinteren Teil lagerten 2 Haspeln mit B-Rollschläuchen. Vorne über dem Fahrer hatte man eine große Glocke angebracht, die als akustisches Mittel bei Alarmen gebraucht wurde. Diese Glocke ist eines der wenigen erhaltenen Teile, das von dem Fahrzeug heute noch existiert, und hat seinen Platz im Schulungsraum des Feuerwehrhauses.

Die technischen Daten des Fahrzeugs:

Baujahr 1928, 55 PS, Gewicht 1800 kg, Zuladung 390 kg, der Verbrauch lag bei 40 Litern Benzin auf 100 km (Werksangabe). Dieses Fahrzeug soll nach alten Erzählungen bei einer Testfahrt nach Bassum voll beladen 1 Liter Benzin auf 1 km verbraucht haben. Mit dem Fahrzeug wurde der Tragkraftspritzenanhänger gezogen, in diesem lagerten 2 B-Haspeln und 4 A-Saugschläuche. Mit diesem Fahrzeug wurden große und schwere Einsätze in den Kriegsjahren in Bremen, Hannover, Dünsen und anderen Ortschaften gefahren. 1956 wurde dieses Fahrzeug ausgemustert und an einen Schrotthändler verkauft. Der Preis von 50 DM wurden bis heute noch nicht bezahlt. Außer der Glocke sind noch erhalten: 5 Messingstrahlrohre und die beiden Haspeln.

LF Opel Blitz, Aufbau Firma Hammann

Aufgabenerweiterung der Feuerwehren Die rasante Entwicklung auf allen technischen Gebieten und die zunehmende Industrialisierung auch bei uns auf dem Lande brachten es mit sich, daß die Aufgaben in einer kleinen Gemeinde zum Teil die gleichen sein können wie in einer Großstadt und sich nur in deren Häufigkeit unterscheiden. So wie die Aufgaben überall dieselben sein können, sind auch die Fahrzeuge und Geräte, derer man sich im Einsatzfall bedient, in ihrem technischen Grundprinzip überall dieselben, nur nicht in ihrer Anzahl und in ihrer Größenordnung. Die allgemeine Zweckbestimmung der Feuerwehrfahrzeuge besteht in der Aufnahme und dem Transport der Besatzung, der feuerwehrtechnischen Beladung, der löschtechnischen Einrichtungen, der anderen vom Motor angetriebenen Aggregate und der sonstigen Einsatzmittel. Aus den speziellen Einsatzaufgaben ergeben sich die Anforderungen an ein Feuerwehrfahrzeug. Entsprechend dem Einsatzzweck wurden dann die Fahrzeuge nach dem Krieg verwendet und bezeichnet.

Löschgruppenfahrzeuge (LF)

Löschgruppenfahrzeuge werden vornehmlich zur Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung kleineren Umfangs verwendet. Seit dem Krieg wurden in Twistringen immer Löschgruppenfahrzeuge verwendet. Als erstes wurde im Jahre 1947 ein neues LF 8 in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug, ein Opel-Blitz mit Aufbau von der Firma Gebr. Hammann, hatte eine Besatzung von 1/8 (Löschgruppe). Das Gesamtgewicht betrug 6500 kg, als Höchstgeschwindigkeit erreichte man 50 km/h. Der Aufbau des Fahrzeugs bestand aus Hartfaser und Holz. In ihm lagerten eine TS 8/8 (Tragkraftspritze 800 l/min bei 8 bar) der Firma Kolbe, diverse C-und B-Schläuche, Strahlrohre und Verteiler. Auf dem Dach befand sich eine 4-teilige Steckleiter (zusammengesteckt 8,40 Meter lang). Die Farbe des Wagens war damals grau-grün, er wurde aber später in das heutige Feuerwehrrot umgespritzt.

LF8 Faun-Magirus mit Frontpumpe

Dieses Fahrzeug wurde im Jahre 1963 durch ein Faun-Magirus LF 8 ersetzt. Der Opel-Blitz wurde später von der Firma Hammann zum Abschleppwagen umgebaut.

Das Faun-Magirus LF 8 hatte eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe im Vorbau des Fahrzeugs. Diese Pumpe hatte eine Leistung von 800 l/min bei 8 bar Ausgangsdruck und 3 Meter geod. Saughöhe. Im Aufbau lagerten eine TS 8/8 der Firma Magirus, 14 B-Schläuche, gerollt, 2 Haspeln mit 6 B-Schläuchen, 10 C-Rollschläuche, 2 Verteiler und mehrere Strahlrohre. Im Mannschaftsraum unter den Bänken lagerte leichtes Brechwerkzeug.

Dieses Fahrzeug wurde am 25.01.87 außer Dienst gestellt und der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Syke zu Ausbildungszwecken überlassen.

Als Ersatzbeschaffung wurde 1987 ein LF 16 in Dienst gestellt. Aufgrund der Einteilung der Feuerwehr Twistringen zum Feuerwehrschwerpunkt reichte die Beschaffung eines LF 8 nicht mehr aus. Das LF 16 besitzt ein Allradfahrgestell der Firma Mercedes-Benz, leistet 220 PS und erreicht bei 12 t Gesamtgewicht eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Der feuerwehrtechnische Aufbau wurde von der Firma Schlingmann in Dissen hergestellt.

Im Heck des Fahrzeugs befinden sich eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 1600 l/min. sowie ein eingebauter Löschwassertank mit 1600 Liter Wasser Inhalt. Seitlich wurde eine TS 8/8 eingebaut. Im Aufbau befinden sich außerdem ein Schaum-Wasserwerfer, Mittelschaumrohr, Schwerschaumrohr, Zumischer, 6 B-und 14 C Rollschläuche, zwei 1000-Watt-Flutlichtscheinwerfer, 4 Preßluftatmer, 2 Verteiler, 5 CM-Strahlrohre, 2 BM-Strahlrohre und weitere diverses Kleingeräte. Eine Schnellangriffseinrichtung mit 30 Meter formstabilem Schlauch ist fest mit der Pumpe verbunden. Im Mannschaftsraum (Besatzung 1/8) befinden sich unter den Sitzbänken leichtes Brechwerkzeug und weiteres div. Kleinmaterial. Zusätzlich befinden sich 2 Chemikalienschutzanzüge an Bord.

Tanklöschfahrzeuge (TLF)

Tanklöschfahrzeuge werden vornehmlich zur Brandbekämpfung eingesetzt. Sie führen eine große Menge von Löschwasser mit sich, eignen sich zum sofortigen Angriff bei einem Brand, werden als Zubringerfahrzeuge bei weit abgelegenen Schadensstellen eingesetzt.

Die Feuerwehr Twistringen beschaffte als eine der ersten Wehren im damaligen Landkreis Grafschaft Hoya 1953 ein TLF 16 T. Dieses Fahrzeug besaß ein Magirus-Deutz-S 3500-Fahrgestell mit einem sogenannten "Omnibus" Aufbau. Es hatte zu damaliger Zeit einen Preis von 47.000 DM. Löschwasser in einer Menge von 3000 Liter wurde in einem fest eingebauten Tank mitgeführt. Die im Heck befindliche Feuerlöschkreiselpumpe leistete 1600 l/min. Eine Schnellangriffseinrichtung mit 30 Meter formstabilem Schlauch war fest mit der Pumpe verbunden. An feuerwehrtechnischer Beladung wurden 6 B- und 7 C-Rollschläuche mitgeführt. Dieses Fahrzeug wurde sehr oft von benachbarten Feuerwehren bei Großbränden angefordert. Auch kleinere Einsätze, wie die Versorgung eines Hühnerstalls mit Wasser und div. Kanalspülungen hat dieses Fahrzeug immer zuverlässig geleistet. Im Jahre 1970 wurde das TLF 16 in Eigenleistung von den Feuerwehrkameraden überholt. Der Löschwassertank wurde von innen neu beschichtet, die Armaturen und Pumpe wurden instandgesetzt bzw. erneuert. Am 27.07.1980 wurde das Fahrzeug von der Feuerwehr Heiligenloh übernommen, endgültig ausgemustert wurde es im Jahr 1986 nach 33 Einsatzjahren. Heute ist dieses Fahrzeug im alten Heiligenloher Gerätehaus untergebracht und wird zu bestimmten Feierlichkeiten von der Feuerwehr Heiligenloh wieder vorgeführt.

Im Juli 1973 bekam die Twistringer Feuerwehr ein neues TLF 16 T mit einem Allradfahrgestell der Firma Mercedes-Benz und Aufbau der Firma Metz aus Karlsruhe. Das Fahrzeug leistet 168 PS und erreicht bei 11 t Gesamtgewicht eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h, die Besatzung besteht aus drei Kameraden. Im feuerwehrtechnischen Aufbau befindet sich ein Löschwassertank mit 3080 Liter Inhalt. Das Fahrzeug hat eine im Heck fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 1600 l/min. Auf dem Dach befindet sich ein Wenderohr, aus dem während der Fahrt z.B. bei Waldbränden Wasser abgegeben werden kann. Außerdem gehören zur Ausrüstung eine 2-teilige Steckleiter, 4 Preßluftatmer, 3 CM-Strahlrohre, 1 BM-Strahlrohr, 1 Schwerschaumrohr, 1 Zumischer, 60L. Schwerschaummittel, 13 C- und 6 B-Rollschläuche und 2 Verteiler.

Angefordert wurde das Fahrzeug schon oft zu überörtlichen Löscheinsätzen, wie z.B. der Waldbrandkatastrophe bei Celle 1975. Ausgemustert wurde das TLF 16T 2003 und wurde durch ein TLF 16/25 ersetzt

Der SW 2000

Schlauchwagen (SW 2000) Schlauchwagen dienen vornehmlich zum Versorgen von großen Einsatzstellen mit Material zur Brandbekämpfung und zum Verlegen von langen Löschwasserversorgungsleitungen zu Einsatzstellen. Der SW 2000 hat an feuerwehrtechnischer Beladung die Bestückung von 2 Löschgruppenfahrzeugen zur Brandbekämpfung an Bord, außerdem hat er 1200 Meter B-Schläuche in Buchten im Heck des Fahrzeuges gelagert, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h während der Fahrt ausgelegt werden können, dazu wird eine TS 8/8 als Verstärkerpumpe mitgeführt. Als Rollschläuche werden noch zusätzlich 40 B- und 10 C-Schläuche im Fahrzeug gelagert, so das insgesamt 2000 Meter B-Schläuche und 150 Meter C-Schläuche an Bord sind. Auf dem Dach befindet sich eine 4-teilige Steckleiter und eine Schlauchbrücke, an der 2 B-Versorgungsleitungen über eine Straße geführt werden können. Zusätzlich befinden sich ein selbstaufrichtender 3000 Liter fassender Löschwasserbehälter mit auf dem Fahrzeug sowie 12 Kanister Mehrbereichsschaummittel à  20 Liter.

Das Allradfahrgestell wurde von der Firma Mercedes-Benz hergestellt, der Aufbau stammt von der Firma Schlingmann aus Dissen. Der Motor leistet 168 PS mit einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h bei 11 t. Gesamtgewicht.

Das Fahrzeug hat eine Besatzung von drei Kameraden und steht immer noch im Dienst der Feuerwehr Twistringen. Er wurde auch schon öfters zu überörtlichen Einsätzen z.B. bei großen Moorbränden angefordert.

Drehleitern (DL)

Drehleitern werden vorrangig zum Retten von Menschen aus Höhen, aber auch zur Durchführung von Löschangriffen und zur technischen Hilfeleistung eingesetzt (z.B. Ausleuchten von Einsatzstellen). Die Drehleitern in Twistringen spielten aber auch bei Baugenehmigungen wie z.B. der Erweiterung des Krankenhauses eine Rolle, da sie als der 2. Rettungsweg angesehen werden können.

Die erste Drehleiter kaufte die Stadt Twistringen gebraucht bei der Berufsfeuerwehr Berlin. Die DL war aufgebaut auf einem MAN-Fahrgestell mit 120 PS und hatte ein Gesamtgewicht von 10 t. Der Leiterpark mit einer Länge von 30 Metern wurde von der Firma Metz hergestellt. An der Leiterspitze konnte ein Wenderohr montiert werden, das mit einem 30 Meter langen B- oder C-Schlauch verbunden werden konnte. Die Nennrettungshöhe betrug 23 Meter bei 12 Meter Nennausladung. Das entspricht ungefähr die Höhe des Silogebäudes der Raiffeisen-Warengenossenschaft in Twistringen, wenn man in 12 Metern Abstand zur Außenmauer steht.

Diese DL 30 wurde von den Kameraden der Feuerwehr Twistringen komplett überholt und neu lackiert. Für die Bedienung der Drehleiter ist ein spezieller Lehrgang notwendig.

Die Besatzung dieser Drehleiter bestand aus einer Löschstaffel (1/5).

Als die alte DL 30 nicht mehr einsatzfähig war, da sie aufgrund von Materialermüdung keine Abnahme mehr durch den TÜV bekam, wurde durch die Stadt Twistringen als Ersatzbeschaffung eine DLK 18/12 CC mit Magirus Fahrgestell und Leiteraufbau beschafft, DLK 18/12 CC steht für Drehleiter mit Rettungskorb mit 18 Metern Nennrettungshöhe bei 12 Metern Nennausladung, computer-kontrolliert. Diese Leiter besitzt zusätzlich ein Notstromaggregat zur Versorgung des Rettungskorbes mit 400/230 Volt. Am Rettungskorb können zwei 1000-Watt-Flutlichtscheinwerfer zur Ausleuchtung von Einsatzstellen angebracht werden. Zur Verfügung steht im Korb außerdem eine Kombihalterung, die wahlweise mit einem Wenderohr bis zu 1360 l/min Wasserabgabeleistung oder einer Krankentragehalterung, mit der z.B. Schwerverletzte von Dächern oder Herzinfarktpatienten schonend aus großer Höhe gerettet werden können, versehen werden kann. In diese Krankentragehalterung passen die genormten Tragen des Rettungsdienstes, so daß kein Umbetten erforderlich ist. In der Kombihalterung kann außerdem eine Halterung zum Abseilen befestigt werden. Der Korb ist für die Benutzung von drei Personen oder 270 kg zugelassen. Der Motor hat eine Leistung von 160 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h bei 10,1 t Gesamtgewicht.

Die Besatzung besteht aus drei Kameraden.

Das Fahrzeug für die techn. Hilfe: GW-Z

Gerätewagen (GW) 1973 beschaffte die Feuerwehr Twistringen aus der Kameradschaftskasse einen VW-Transporter, der in Eigenleistung zum GW umgebaut worden ist. Auf diesem Fahrzeug lagerten bis 1983 Brechwerkzeug, Ölbindemittel, Trennschleifer, Motorsäge und div. Kleinmaterial. Steigende Unfallzahlen sorgten dafür, daß durch die Stadt Twistringen 1983 eine Rettungsschere, bestehend aus einem Spreizer mit bis zu 4,4 t Spreizkraft an der Spitze, und eine Schere mit einer 90 mm großen Öffnungsweite zum Schneiden von Metall angeschafft wurde. Diese Rettungsschere wurde 1983 dann (wiederum in Eigenleistung) in den GW eingebaut. Zusätzlich mußten Rüsthölzer usw. im Fahrzeug untergebracht werden, so daß das Fahrzeug, mit dem Gewicht am Rande der Legalität, zum Einsatz fuhr.

Dieses Fahrzeug erhielt 1989 keine Plakette durch den TÜV, so daß es stillgelegt werden mußte. Ersatz war zwar durch die Stadt geplant, aber das neue Fahrzeug konnte erst 1990 ausgeliefert werden, so daß die Kameraden aus Twistringen die Rettungsschere in den Ford-Bus einbauten und den Anhänger mit allem Rüstmaterial belegten. So wurde dann über ein Jahr lang zu Verkehrsunfällen gefahren.

1990 wurde dann der lang ersehnte GW-Z in Dienst gestellt. GW-Z steht für Gerätewagen mit Zusatzbeladung. Der GW-Z hat ein Mercedes-Benz-Fahrgestell mit 6,9 t Gesamtgewicht und leistet bei 90 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h. Aufbauhersteller ist die Firma Schlingmann aus Dissen. Zu seiner feuerwehrtechnischen Beladung gehören ein 5 KVA Notstromaggregat, vier 1000-Watt-Flutlichtscheinwerfer (davon 2 fest auf einen Lichtmast am Heck des Fahrzeuges montiert), Rettungsschere, 2 Hebekissen à  3,5 t, Motorsäge, Büffelheber 10 t, 1 elektrische Tauchpumpe 400 l/min, 2 Chemikalienschutzanzüge, 2 Hitzeschutzanzüge, 1 Preßluftatmer und vieles mehr.

Das Fahrzeug ist für die technische Hilfeleistung mittleren Ausmaßes ausgelegt und hat in seiner Dienstzeit bei vielen Verkehrsunfällen mehreren Menschen das Leben gerettet. Die Besatzung besteht aus drei Kameraden.

Fahrzeuge der Löschgruppe Marhorst Siehe Kapitel "Löschgruppe Marhorst"

Sonstige Einsatzfahrzeuge Im Jahr 1969 wurde aus der Kameradschaftskasse ein VW-Bus des Kameraden Hempen gekauft. Dieser diente von 1969 - 1979 als Mannschaftstransportwagen und wurde 1979 durch einen Ford-Bus ersetzt, der auch heute noch als Einsatzleitwagen in Gebrauch ist. In diesem Fahrzeug befindet sich an der Einsatzstelle die Einsatzleitung. Außerdem wird er zum Transport von Kameraden zum Einsatzort benutzt.Aus der Kameradschaftskasse wurden 1970 zehn gebrauchte VW-Transporter aus Berlin gekauft, in Eigenleistung überholt und an kleinere Wehren wieder abgegeben. Twistringen behielt von den 10 Fahrzeugen 2 für sich, und zwar einen Krankentransportwagen und einen Bus. Mit dem Krankentransportwagen führten die Männer bis 1974 auch den Rettungsdienst ehrenamtlich durch, danach wurde dieses Fahrzeug bis zu seiner Ausmusterung als GW weiter benutzt.

Damit dieses Gerät lange im Einsatz bleibt, gibt es in der Feuerwehr den Gerätewart. Die Gerätewarte in der Twistringer Feuerwehr waren bzw. ist:

  1. von 1937 - 1942 Ludwig Schulz
  2. von 1942 - 1967 Franz Bierer
  3. von 1967 - 1981 Josef Grote
  4. von 1981 - 1998 Franz Bühler
  5. von 1998 - 2007 Ralf Wessels
  6. von 2007 – 2011 Franz Bühler
  7. von 2011 –          Matthias Schütte

Aktueller Stand

Die Feuerwehr Twistringen besitzt heute das Material für 2 Löschzüge ( 4 Löschgruppen). Ein 20-kVA-Notstromaggregatanhänger wurde aus Platzgründen 1997 an die Feuerwehr Heiligenloh abgegeben.

Der Fahrzeugpark umfaßt heute:

  1. Tanklöschfahrzeug 16/25 (TLF 16/25)
  2. Löschgruppenfahrzeug 16/12 (LF16/12)
  3. Drehleiter mit Rettungskorb 18/12 (DLK 18/12 cc)
  4. Gerätewagen Logistik GW-L2
  5. Gerätewagen mit Zusatzbeladung (GW-Z) nach techn. Weisung Nds.
  6. Einsatzleitwagen 1 (ELW 1)
  7. 1 Anhänger

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