Wettbewerbsgruppen innerhalb der Ortsfeuerwehr

Geschrieben von krabbe

Feuerwehrwettbewerbe nach nationalen Richtlinien

Große Bedeutung mißt man den Feuerwehrwettbewerben zu, weil jeder Wettbewerb bzw. das Training für den Wettbewerb eine gute Schulung der Feuerwehrleute in der Handhabung von feuerwehrtechnischen Geräten ist. Alle Wettbewerbe enthalten mehr oder weniger Ausbildungsinhalte, so daß sie neben den allgemeinen Übungsdiensten, Schulungen und Lehrgängen geeignet sind, den Feuerwehrmann heranzubilden. Außerdem werden durch Wettbewerbe die Zusammenarbeit, der Zusammenhalt und die Kameradschaft innerhalb der Gruppe gefördert. Darüber hinaus werden bei Wettbewerben Freundschaften mit anderen Gruppen und Feuerwehren über die Kreisgrenze hinaus geschlossen und vertieft. Deshalb nimmt die Ortsfeuerwehr Twistringen mit dem nötigen Ernst und Ehrgeiz an den verschiedenen Feuerwettbewerben teil.

Die Feuerwehrwettkämpfe lassen sich in Twistringen bis Mitte der dreißiger Jahre zurückverfolgen. Die nationalsozialistische Regierung hatte die Feuerwehren der Polizeiexekutive unterstellt, und es galt, Disziplin und Ordnung, Stärke und Geschlossenheit zu demonstrieren. Alljährlich trafen sich die Freiwilligen Feuerwehren zu einem Preisexerzieren. Während des 2. Weltkrieges fanden keine Wettkämpfe statt. Infolge der Kriegswirren litten die Feuerwehren unter großen Schwierigkeiten, sowohl in personeller als auch in materieller Hinsicht. Man besann sich wieder auf den Ausbildungswert, so daß am 15. Juni 1949 die Bestimmungen für Leistungswettkämpfe der Freiwilligen Feuerwehren im Lande Niedersachsen herausgegeben wurden.

Die Bestimmungen sahen auf Unterkreisebene einen geteilten Wettkampf vor. Die Gruppen hatten eine Grundausbildung nach Heimberg-Fuchs vorzuführen und einen Löschangriff nach dem Grundsatz der Dreiteilung (Angriffstrupp, Schlauchtrupp, Wassertrupp) vorzutragen, wobei drei aufgestellte Eimer abzuspritzen waren. Die Grundausbildung wurde vor dem eigentlichen Wettkampf vom Unterkreisbrandmeister abgenommen. Im Laufe der Zeit verzichtete man jedoch ganz auf diesen Teil des Wettkampfes.

Die Wettkampfbestimmungen sind im Laufe der Jahre häufig mehr oder weniger abgeändert worden. Sogar die Bezeichnung hat sich geändert. Es gibt jetzt keine Wettkämpfe mehr, sondern nur noch Wettbewerbe. Mit fortschreitender Technisierung und Modernisierung der Freiwilligen Feuerwehren schuf man zwei Leistungsklassen, die leichte Klasse für die Tragkraftspritzen-Gruppen und die schwere Klasse für die Löschgruppenfahrzeuge. Später wurden die Gruppen in Klasse A, B und C eingeteilt. In den Klassen A (TS-Gruppen) und C (LF-Gruppen) wurden die einzelnen Trupps vor dem Start ausgelost, während die Trupps in der Klasse B die ihnen bekannten Funktionen beibehalten durften. Man baute Schwierigkeiten ein, z.B. mußten Schläuche ausgewechselt, eine Menschenrettung durchgeführt, ein Rettungsknoten angelegt, eine Mauer oder ein Schwebebalken überwunden werden. Immer aber blieb als Grundausbildungselement in der Übung der dreigeteilte Löschangriff erhalten. Die Wettkampfbestimmungen galten jeweils nur für den Landkreis bzw. mit kleinen Änderungen für den Regierungsbezirk.

Erst 1988 wurden einheitliche Bestimmungen für die Durchführung der Leistungswettbewerbe der Freiwilligen Feuerwehren für das gesamte Land Niedersachsen eingeführt, die unter Mitarbeit der Landesfeuerwehrschulen erarbeitet wurden. In diese Bestimmung flossen die Grundregelung der Einsatz- und Ausbildungsanleitung " Die Gruppen im Löscheinsatz" (FwDv4) und " Die tragbare Leiter" (FwDv10) unter strengster Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften ein. Gleichzeitig sollte die Ausbildung zum Einheitsfeuerwehrmann gefördert werden. Deshalb beschloß man, die Wettbewerbsgruppe durch Losentscheid vor dem Start umzustellen. So ist es erklärlich, daß die Wettbewerbe nach den neuen Bestimmungen einen sehr hohen Ausbildungswert haben. Leider sind sie für Außenstehende nur schwer verständlich und kaum nachvollziehbar und damit weniger interessant.

Deshalb leben auch die Wettbewerbe nach den alten Bedingungen, die sogenannten "Eimerspiele" weiter. Besonders beliebt sind sie bei den älteren Kameraden, die damit "groß geworden" sind. Um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, sich noch einmal im Wettkampf mit den jüngeren Gruppen messen zu können, wird seit einigen Jahren das Alter durch Gutpunkte honoriert. Jede Gruppe erhält ab einem Durchschnittsalter von 30 Jahren für jedes Jahr mehr einen Gutpunkt. Mit allen Neuerungen und Änderungen der Wettbewerbsbedingungen sind die Twistringer Wettkampfgruppen fertiggeworden und haben bislang mehr oder weniger gute Plätze bei den Wettbewerben belegt.

Die Gruppenführer, die zum Erfolg der Wettkampfgruppen beigetragen haben:

  1. Ludwig Hadler
  2. Albert Schröder
  3. Walter Rode
  4. Heinrich Müller
  5. Reinhold Bierer
  6. Siegfried Lüers
  7. Franz-Josef Borchers
  8. Armin Kern
  9. Bernhard Klinkert
  10. Matthias Harms
  11. Heinrich Kramer
  12. Fred Hannekum

Wettbewerbsgruppe nach internationalen Richtlinien

Ab dem Jahr 1963 hörte man hier im Kreis Syke immer mehr von den internationalen Wettbewerben, die schon von den Ortsfeuerwehren Asendorf und Syke erfolgreich bestritten wurden. Das erzeugte auch bei den Twistringern die Neugierde, und man ließ sich die Wettbewerbsbestimmungen vom Deutschen Feuerwehrband schicken.

Bei diesen Wettbewerben handelte es sich um einen trockenen Löschangriff und einen 450 m langen Staffellauf mit drei eingebauten Hindernissen, einem 8 m langen Kriechrohr mit 0,7 m Durchmesser, einer 1,70 m hohen Wand und einem 6m langen Schwebebalken. Es wurden zwar Versuche gemacht eine Gruppe aufzustellen, aber es wollte nicht so richtig laufen. Erst im Jahr 1968 hatte man eine Gruppe zusammengestellt, die auch beim ersten Wettbewerb in Lüneburg einen guten 4. Platz erreichte. Bis heute ist es der Gruppe nicht gelungen, sich beständig auf den ersten Plätzen zu plazieren. Z.Zt. wird die Gruppe von Lothar Dieckmann geführt.

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