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Geschrieben von krabbe
Mittwoch, 13.05.2009
Verkehrsunfälle mit im Fahrzeug eingeklemmten Personen können gerade bei neuerer Fahrzeugtechnologie zu erheblichen Problemen bei der Befreiung der Unfallopfer führen. Das war das Fazit der Teilnehmer an der durch den ärztlichen Leiter Rettungsdienst Andreas Callies, Stuhr und des designierten Kreisbrandmeisters Carsten Schlung aus Bassum ins Leben gerufenen ersten gemeinsamen Fortbildung für Feuerwehren und Rettungsdienst aus dem Landkreis Diepholz. Die ca. 150 Teilnehmer aus allen Städten- und Gemeinden des Landkreises konnten sich am Mittwochabend in der Aula des Twistringer Schulzentrums an der Hohen Straße genau über diese Problematik informieren. Hier wurde in drei Vorträgen auf die Besonderheiten der neuen Fahrzeugtechnologie und entsprechende Verhaltensweisen bei Verkehrsunfällen eingegangen.
Um die Probleme der Unfallrettung aus der neuen Fahrzeugtechnologie deutlich zu machen, beleuchtete im ersten Vortrag Twistringens stellvertretender Ortsbrandmeister, der auch gleichzeitig Ausbilder in der technischen Hilfeleistung bei der Werkfeuerwehr Mercedes-Benz Bremen sowie eines Rettungsgeräteherstellers aus Güglingen ist, die Besonderheiten bei neuerer Fahrzeugtechnologie. In seinem Vortrag ging Krebs vor allem auf die Konstruktion der neuen PKW Generation ein und machte den Teilnehmern deutlich, warum es vor allem durch das Verwenden neuerer Bauteile zu erheblichen Problemen bei der Befreiung von Personen aus den Fahrzeugen kommen kann. Weiterhin wurde im Vortrag auf alternative Rettungstechniken sowie auf Gefahren durch Sicherheitssysteme, hier vor allem durch Airbags, eingegangen. Es wurde deutlich, dass bei einem falschen Einsatz der Rettungsgeräte erhebliche Gefahren für Einsatzkräfte und Patienten entstehen können.
Im zweiten Vortrag befasste sich Dipl. Ing. Thomas Unger von der Unfallforschung im ADAC-Technik-Zentrum in Landsberg am Lec ebenfalls mit dem Thema der neuen Fahrzeugtechnologie. Die ADAC Unfallforschung will durch die Zusammenarbeit seiner Luftrettung und seines Technikzentrums neue Erkenntnisse für die Unfallrettung gewinnen und an die Einsatzkräfte weitergeben. Dazu werden Unfallursachen und fahrzeugspezifische Stärken und Schwächen ermittelt aber auch Zusammenhänge zwischen Verletzungsmustern und Fahrzeugschäden untersucht. Unger gab den Anwesenden Tipps aus ausgewerteten Unfällen für die Praxis, er verwies vor allem auf Probleme durch die neu verbauten Werkstoffe anhand von realen Unfallbildern. Hier wurde deutlich, dass Feuerwehren aber auch der Rettungsdienst sich in Zukunft mit der Problematik der „Baukunde“ neuerer PKW’s auseinandersetzen müssen, um Schäden am Rettungsgerät vorzubeugen, die die Rettung erheblich verzögern würde. Im zweiten Teil seines Vortrags ging Unger auf alternative Antriebe und dessen Gefahren ein. Er erläuterte mögliche Gefahren von Gas- bzw. Hybrid angetriebener KFZ und wagte ein Ausblick auf zukünftige Fahrzeugantriebe. Hier wurde klar, dass noch einiges an Ausbildung auf die Rettungskräfte zukommen wird, um entsprechende Gefahren solcher Fahrzeuge bei Verkehrsunfällen deuten zu können.
Um eine noch bessere Verzahnung der feuerwehrtechnischen Hilfeleistung und der rettungsdienst- und notärztlichen Patientenversorgung und vor allem um Zeit bei der Befreiung zu gewinnen, befasste sich Tim Heyne, Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christoph 44 und Anästhesist am Universitätsklinikum Göttingen, mit dem Thema Teamwork an der Einsatzstelle. Heyne machte deutlich, dass Patienten die schwerstverletzt sind innerhalb einer Stunde im Krankenhaus sein sollten. Diese eine Stunde teilt sich in verschiedenen Zeitabschnitten auf, so dass für die eigentliche Befreiung an der Einsatzstelle lediglich 20 Minuten zur Verfügung stehen. Heyne machte deutlich, dass dafür teamorientiert gearbeitet werden muss, Rettungsdienst und auch Feuerwehr sollten möglichst paralell arbeiten, um Zeit zu gewinnen. Ein Arbeiten hintereinander weg, verbrauche Zeit, die man in der Regel an solchen Einsatzstellen nicht hat. Weiterhin ging Heyne auf die Unterschiede zwischen auftragsorientiert oder aufgabenorientiertes Arbeiten an der Unfallstelle ein. Die Wunschvorstellung des Notarztes, der auch gleichzeitig Zugführer in einer Freiwilligen Feuerwehr ist, ist das “Aufgabenorientierte†Arbeiten an Einsatzstellen. Dabei warten Truppmitglieder an der Einsatzstelle nicht auf Befehle des Einheitsführers (Teamführers), sie arbeiten nach der Erkundung des Einheitsführers nach einem festgelegten Schema. Die bereits bei der Anfahrt festgelegten Funktionen haben in der Regel an der Einsatzstelle fest zugeteilte Aufgaben. Sie unterbauen z. B. das Fahrzeug, kontrollieren diesen Unterbau, decken scharfe Kanten ab, bringen Patientenschutz in Stellung etc. etc. und alles i.d.R. ohne das es dazu langer Befehle bedarf, die falls notwendig natürlich gegeben werden.
Fazit:
Diese groß angelegte Fortbildung stieß bei allen Teilnehmern auf ein sehr positives Echo und soll nach Möglichkeit auch in Zukunft in ähnlicher Form weitergeführt und intensiviert werden um unseren Mitbürgern eine bestmögliche Versorgung zu gewähren
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