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Geschrieben von Klaus Krebs
Mittwoch, 10.09.2008
Fahrzeug ersetzt SW 2000 und TSF / Rollwagen ermöglichen spezielle taktische Möglichkeiten /
Über einen neuen GW-L1 verfügt seit Anfang August die Ortsfeuerwehr Twistringen - Löschgruppe Marhorst. Bei der Planung des Fahrzeugs wurde durch die Feuerwehr besonders nach einer zukunftsorientierten, wirtschaftlichen Lösung gesucht, die auch möglichen zukünftigen taktischen Konzepten entgegen kommt. Herausgekommen ist bei der Planung ein Fahrzeug, welches die Ersatzbeschaffung eines TSF und eines SW 2000 durch den beschafften GW-L1 vorgesehen hat und nach der Vorstellung vor dem Feuerwehrausschuß durch den Stadtrat im Jahr 2006 zugestimmt wurde. Durch die Beschaffung wurden der Stadtfeuerwehr Twistringen neue taktische Möglichkeiten für größere Einsatzlagen, wie z. B. Unwettereinsätze gegeben. Zuständig ist das beschaffte Fahrzeug aber in erster Linie für die Löschwasserversorgung von größeren Einsatzstellen. Das Fahrzeug wurde am 10.09.2008 an der Landesfeuerwehrschule in Celle auf Herz und Nieren geprüft und entsprechend abgenommen.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen mit Allrad angetriebenen Mercedes-Benz Fahrgestell Typ 1118 AF Atego mit serienmäßiger Doppelkabine und einem max. zulässigen Gesamtgewicht von 11 to. Den Kofferaufbau fertigte die Fa. Meyer in Rehden in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Beim Aufbau handelt sich um einen Kofferaufbau mit seitlich verbauten Regalsystemen zur Aufnahme von jeweils 32 gekuppelten B-Rollschläuchen, die während der Fahrt ohne Öffnen der Ladebordwand verlegt werden können. Im vorderen Bereich befinden sich zwei Geräteräume, die in tiefgezogener Bauweise ausgeführt worden sind und mit Rollläden verschlossen werden. In diesen beiden Geräteräumen werden u. a. Geräte zur Verkehrssicherung, zur Wasserförderung, Besen, Schaufeln, Verteiler, Strahlrohre etc. gelagert. Im Mannschaftsraum werden 2 Preßluftatmer gelagert, die von der Besatzung an einer möglichen Einsatzstelle durch umlegen von 2 Klappsitzen bei stehendem Fahrzeug angelegt werden können.
Während der Planung des Fahrzeugs wurde besonders Wert darauf gelegt, dass das Fahrzeug nach geltender Norm eines GW-L1 beschafft wird und zusätzlich mit dem Ausrüstungsmodul Wasserversorgung eines GW-L2 die Aufgaben des ehemaligen SW 2000 übernehmen kann. Herausgekommen ist ein Fahrzeug mit einer Besatzung von sechs Personen, das 1280 Meter gekuppelte B-Schläuche während der Fahrt verlegen kann. Die zwischen den dafür seitlich eingebauten Regalsystemen vorhandene Ladefläche entspricht den geforderten Normaßen eines GW-L 1 (3650 x 2000 mm) und kann entsprechend sechs Europaletten mit den Normaßen 1200 x 800 mm bei entsprechender Gewichtsreserve aufnehmen.
Ebenfalls wichtig waren bei der Planung die Fahreigenschaften des Fahrzeugs, so konnte durch das Verkürzen der Ladefläche um 200 mm eine optimale Gewichtsbilanz von 40/60 erreicht werden, was dem Fahren des Fahrzeugs auch für nicht Berufskraftfahrer entgegen kommt. Der Gerätewagen Logistik ist im Konzept der Stadtfeuerwehr das Fahrzeug, welches ebenfalls den Materialnachschub an/zu Einsatzstellen sicherstellen soll. Zu seinen Aufgaben gehört u. a. der Transport von benötigten Gerätschaften, die bei alltäglichen Einsatzlagen nicht oder entsprechend selten benötigt werden. Für bestimmte Einsatzlagen wie z. B. Unwettereinsätze werden diese auf entsprechende Rollwagen vorgehalten und können bei Bedarf gegen eine auf der Ladefläche vorgehaltene Standardbeladung entsprechend schnell getauscht und an Einsatzstellen verbracht werden.
Das neue Fahrzeug wird in der Hauptsache wie bereits beschrieben für das Verlegen von Schlauchleitungen über lange Wegstrecken eingesetzt. Das Konzept mit gekuppelten Rollschläuchen in den Regalen anstatt in Buchten gelegter hat sich bei Übungen bereits bewährt. Das Fahrzeug ist mit einer Rückfahrkamera mit Mikrofon ausgestattet worden, damit der Maschinist auch während langsamer Fahrt beim Auslegen der Schläuche beobachten kann, was hinter dem Fahrzeug passiert. Zusätzlich befindet sich ein Kontakt zum Auslösen eines Summers zur Kommunikation zwischen einem am Heck auf einer Trittstuffe stehenden während des Auslegens stehenden Feuerwehrmanns und dem Maschinisten an einer Haltestange an der Ladebordwand.
Ein entsprechendes Video des Fahrzeugs während des Verlegens einer Schlauchleitung können Sie auf dieser Seite ansehen. Für die weitere Zukunft ist geplant, dass das Fahrzeug nach und nach mit einem Rollgitterwagensystem als Nachschubkomponente ausgerüstet wird, die entsprechend des Einsatzstichwortes getauscht werden können.
Technische Daten:
Fahrgestell: MB 1118 AF Atego
Radstand: 3860 mm
Leistung: 130 kw bei 2200 U/Min
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Länge: 7620 mm
Breite: 2550 mm
Höhe: 3010 mm
Leermasse: 7.100 kg
Zul. Gesamtmasse: 11.000 kg
Tragfähigkeit Ladebordwand: 1.000 kg
Weitere technische Daten erfahren Sie hier
Bilder von der Fahrzeugabnahme an der Landesfeuerwehrschule Celle:
Bilder von der Indienststellung in Twistringen-Marhorst am 01.08.2008
Video über das Verlegen der Schläuche während der Fahrt: GW-L1
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