Die mobile Notrufsäule

Geschrieben von Klaus Krebs

Freitag, 10.11.2006

Neues Ortungssystem im Kampf um Leben und Tod

Die Björn Steiger Stiftung stellt mit LifeService den Rettungsleitstellen kostenlos ein neues System zur Ortung von Menschen in Notfallsituationen zur Verfügung / Heute kommt das System in der Notrufzentrale von Berlin erstmals zum Einsatz.

Berlin, 9. November 2006 – Die Zeit für das Auffinden kann einen Verletzten das Leben kosten. Es dauert durchschnittlich etwa 17 Minuten, bis ein Unfallopfer von den Rettungsdiensten gefunden und erreicht wird. LifeService nutzt sowohl GPS-Technologie als auch Funkzellenortung zum Auffinden des Unfallopfers. Der Anrufer wird innerhalb weniger Sekunden lokalisiert. Die Berliner Feuerwehr arbeitet ab sofort als erste große Rettungsleitstelle mit dem neuen Service.

Bis Anfang 2007 werden alle 306 deutschen 112-Notrufleitstellen mit LifeService ausgestattet sein. Durchschnittlich gehen in Deutschland unter der 110 und 112 pro Tag etwa 60.000 Notrufe per Handy ein, sehr viele davon mit ungenauen, falschen oder fehlenden Ortsangaben. Untersuchungen belegen, dass durch die Verkürzung der Rettungszeit von 20 auf 10 Minuten zirka 20 Prozent mehr Notfallpatienten überleben. Sekunden entscheiden. Mit LifeService ist es möglich, ein Unfallopfer in Minutenschnelle zu lokalisieren. Dadurch entfällt die zeitintensive Suche bei ungenauen Ortsangaben.

Staatssekretär Dr. August Hanning aus dem Bundesinnenministerium nahm heute an der Präsentation von LifeService in Berlin teil. „Dieses System kann Leben retten. Ich begrüße deshalb, dass es bald eingeführt wird“, sagt Dr. Hanning. Im Ernstfall wählt der Verunglückte oder ein Helfer den Notruf 112 über ein Handy. Das Handy kann dann über die Ortungsplattform lokalisiert werden. Um den neuen Service zu nutzen, ist eine Registrierung unter der kostenfreien Rufnummer 0800/1011599 notwendig. Innerhalb Deutschlands ist der Dienst bei einem Notruf kostenlos. LifeService wurde von der Björn Steiger Stiftung Service GmbH entwickelt, der Dienstleistungsgesellschaft der Stiftung. „Trotz einer Vielzahl technischer, logistischer und politischer Aktivitäten und Erfolge gibt es noch immer Ansatzpunkte, wie das Rettungssystem in Deutschland verbessert werden kann“, sagt Pierre-Enric Steiger, Vorstand der Björn Steiger Stiftung. „Wir haben uns dieser Aufgabe verschrieben und bieten nun mit der Initiative LifeService über das Handy die kostenlose Lokalisierung von Menschen in Not an.“

Das System nutzt modernste GPS-Technologie (Global Positioning System) und arbeitet mit der gleichen Genauigkeit wie ein Navigationssystem. Je nachdem, ob ein Handy mit GPS-Chip oder GPSZusatzgerät ausgestattet ist, wird eine Genauigkeit bis auf wenige Meter erzielt. Auch mit einem normalen Handy kann eine Funkzellenortung durchgeführt werden, genauso schnell, allerdings mit geringerer Genauigkeit.

Quelle: Björn Steiger Stiftung


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Kommentare

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  1. Feine Sache
    Das ist doch mal eine sehr gute Nachricht. Hoffentlich setzt sich das auch so durch, dass Mobilfunkbetreiber dies gleich in ihre AGB's aufnehmen.
  2. Die Ortung über eine Funkzelle ist viel zu ungenau, da diese viel zu weit auseinander liegen.
    In die AGB`s wird es wohl so schnell auch nicht aufgenommen, da die Datenschützer hier wieder mal einen Verstoß sehen werden.

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